Projekt: Morgenröte

Was für die einen ein Werbegag ist, ist für den Science Fiction-Autor Martin Gibson die Erfüllung eines Traums. Er darf mit dem Raumschiff Ares als erster Passagier zum Mars fliegen. Als Gegenleistung erwartet man von ihm, dass er mehr oder weniger regelmäßig Artikel über den Flug und seinem Aufenthalt auf dem vierten Planeten schreibt. Obwohl er anfangs mit einigen gesundheitlichen Problemen zu kämpfen hat, verläuft der Flug relativ reibungslos. Gibson freundet sich mit der Besatzung an, erlebt einiges an Bord und findet sogar noch genug Zeit sie niederzuschreiben. Doch nachdem er am Ziel der Reise eingetroffen ist, ahnt er nicht, dass sein eigentliches Abenteuer nun erst richtig beginnt…

Arthur C. Clarke wird heute von vielen vor allem wegen seiner Mitarbeit an Stanley Kubricks 2001: Odyssee im Weltraum in Verbindung gebracht. Er lieferte hierfür nicht nur die Vorlage in Form der Kurzgeschichte The Sentinel, sondern schrieb auch zusammen mit dem Regisseur das Drehbuch zu dem Film. Natürlich kam es nicht von ungefähr, warum Kubrick gerade Clarke als Ideenlieferant ausgewählt hatte. Der gebürtige Engländer galt zu jener Zeit schon als einer der großen Science Fiction-Autoren seiner Zeit und kann auch heute noch in einem Atemzug mit Robert A. Heinlein und Isaac Asimov genannt werden. Neben zahlreichen Kurzgeschichten bietet seine Vita auch eine große Menge von Romanen, von denen einige bis heute zu den absoluten Klassikern des Genres gehören, wie beispielsweise Childhood’s End (Die letzte Generation), The City and the Stars (Die Stadt und die Sterne) oder Rendezvous with Rama (Rendezvous mit Rama). Außerdem theorisierte er als erster über die Möglichkeit einen Satelliten in einer geostationären Umlaufbahn fix über einen Punkt der Erde zu platzieren. In seinem Roman Fountains of Paradise (Fahrstuhl zu den Sternen) spielte er außerdem das Konzept des sogenannten Space Elevators durch, dessen Vorstufen bereits in den letzten Jahren in der Raumfahrt erprobt wurden.

Clarke gelingt es in seinen Romanen meisterhaft den sogenannten Sense of Wonder der SF mit harten, wissenschaftlichen Fakten zu spicken und dennoch die Handlung lesbar zu halten. Projekt: Morgenröte macht da keine Ausnahme. Obwohl der Roman 1951, also lange bevor die ersten Menschen auf dem Mond landeten oder Bilder von der Marsoberfläche vorlagen, entstanden ist, besitzt er einen großen Reiz, dem man sich auch heute noch nicht ganz entziehen kann. Auch wenn seine Vision der Raumfahrt aus heutiger Sicht etwas antiquiert wirkt, sollte man sich vor Augen halten, dass der technische Fortschritt in der heutigen Form Anfang der 50er Jahre noch nicht absehbar war. So haben die Clarkes Raumschiffe noch Stellräder und Zählwerke und die Astronauten verlassen sich noch auf ihre Rechenschieber und ihren Verstand. Dennoch bleibt das Grundprinzip das gleiche. Ebenso werden die damaligen Kenntnisse über den Mars fantasievoll umgesetzt. Dabei eröffnet sich für den Leser eine Welt voller Phantasie und Abenteuer, wie man sie in heutigen Romanen nur noch selten findet. Zeitlos ist auch die Clarkes Idee  seine Geschichte aus der Sicht eines Autors zu erzählen, der immer noch über einen Funken Neugier verfügt und sich und sich am Ende für einen Schritt entscheidet, den man als Leser durchaus nachvollziehen kann.

Über sechzig Jahre nach seiner Entstehung bleibt Projekt: Morgenröte ein Klassiker, der mittlerweile, zu Unrecht, zu den weniger bekannten Werken von Arthur C. Clarke gehört. Auch wenn einige Beschreiben aus heutiger Sicht oft altmodisch erscheinen, ist der Roman immer noch sehr fesselnd und hat nichts von seinem Charme verloren.

Projekt: Morgenröte
(Sands of Mars)
von Arthur C. Clarke
erstmals erschienen beim Gebrüder Weiß Verlag im Jahr 1953
überarbeitete Neuausgabe erschienen als E-Book beim Heyne Verlag im Februar 2014
ISBN: 978-3-641-11627-9

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