Parody R. Hodan: Die galaktische Gurke

Im Jahr 10.001 NGZ meldet sich bei Parody R. Hodan nach langer Zeit sein schlechtes Gewissen bzw. er wird vom GROSSEN SKRUPEL befallen. So viele Planeten und Völker sind im Laufe der Zeit vernichtet worden, was ihn melancholisch werden lässt. Auch der seit rund 100 Jahren herrschende Friede ändert an seinen Gefühlen nichts. Außerdem ist es dem Unsterblichen auch etwas langweilig geworden, denn das Regieren verschiedenster Imperien ist auf die Dauer auch nicht mehr so das Wahre.

Also hat sich Hodan auf sein Raumschiff MUTTER ERDE zurückgezogen, wo er die ganze Zeit vor sich hin grübelt. Doch schreckliche Ereignisse in der Knopfgalaxis lassen ihn aus seiner Lethargie erwachen. Er wendet sich dem Entropischen Rat zu, damit dieser ihm eine Expedition dorthin genehmigt. Doch aus Energiespargründen wird ihm dies verweigert. Das bringt Hodan in Rage, woraufhin er die Inkarnationen des Rates erschießt und mit dem Superschlachtschiff CASTROP-RAUXEL zum Planeten Karotin II flüchtet, wo Gucky sich vom kleinen Karottenzüchter zum Großindustriellen entwickelt hat. Mit von der Partie ist auch der seltsam konfuse Androide Adlof Hilter, der nicht nur als Pilot der CASTROP-RAUXEL fungiert, sondern auch für einiges Durcheinander sorgt. Dabei stellt sich die Frage, ob man so ein letztes Mal das Universum vor der Katastrophe bewahren kann…

Mit Parodien ist es immer so eine Sache. Manche sind gelungen und treffen den Nerv, manche liegen oft weit daneben und sind nicht ganz unumstritten. Zweifellos bemerkt man schon nach den ersten Seiten, dass der heutige Zukunftsforscher Matthias Horx die PR-Serie sehr gut kennt. Zu offensichtlich sind die Seitenhiebe auf die diversen Klischees der Serie wie überdimensionale Raumschiffe oder überzogene Figuren.

Das ist auf den ersten Blick ganz lustig, doch irgendwann schießt der Autor weit über sein Ziel hinaus und bei dem einen oder anderen Kapitel bleibt dem Leser doch etwas das Lachen im Halse stecken. Horx trifft oft ins Schwarze, aber viele seiner Gags sind auch aus heutiger Sicht immer noch ein Griff ins Klo. Das trifft unter anderem auf diesen nervenden Roboter mit der schnarrenden Stimme zu, der eigentlich nur unerträglich ist. Schade, denn der Roman ist an sich noch nicht mal so schlecht geschrieben. Witziger Weise nimmt Horx mit der Großen Entropischen Krise sogar etwas vorweg, was später als Hyperimpedanz in die PR-Serie aufgenommen wurde.

Erstmals erschienen ist Parody R. Hodan: Die galaktische Gurke im September 1986, gerade rechtzeitig zum PERRY RHODAN-Weltcon in Saarbrücken, wo sich der Roman auch relativ gut verkaufte. Doch wie es schon auf dem Umschlag zu lesen war: Es handelte sich um eine einmalige Nummer. Dadurch wurde das Romanheft aus dem Maya Verlag, in dem auch ähnliche Parodien erschienen, im Laufe der Zeit zu einem begehrten Sammlerobjekt.

Kurt Kobler und Joe Kutzner ist es zu verdanken, dass der Text nicht in den Untiefen der Zeit verloren ging, sondern im Rahmen der Publikationsreihe des Terranischen Club Eden eine einmalige 2. Auflage erfuhr. In dieser Publikation ist der Urtext von Matthias Horx zu finden und auch das Layout wurde an die ursprüngliche Ausgabe angelehnt, bis hin zum Kasten mit den Hauptpersonen des Romans. Ersetzt wurde die ursprüngliche Risszeichnung durch eine neue, sehr witzige Variante. Ebenfalls neu ist das Titelbild von Norbert Schneider, das zwar nicht ganz so originell wie das alte ist, aber dennoch gut passt.

Parody R. Hodan ist ein Roman, an dem sich die Gemüter scheiden. Zum einen wird die größte SF-Serie der Welt gnadenlos persifliert, auf der anderen Seite schießt Matthias Horx oft weit über sein Ziel hinaus. Doch egal in welche Richtung man tendiert, von der Sammlerseite her ist die Sache hochinteressant. Mit der auf 120 Exemplare limitierten einmaligen 2. Auflage besteht nun nicht nur die Möglichkeit seine PR-Sammlung zu komplettieren. So wird der Roman einer neuen Generation von Lesern zugänglich gemacht, die sich nun ihre eigene Meinung bilden kann.

Parody R. Hodan: Der größte Weltraumspaß
Die galaktische Gurke
von Matthias Horx
einmalige 1. Auflage erschienen im September 1986 im Maya Verlag
Umfang: ca. 70 Seiten

einmalige 2. Auflage erschienen im August 2015 beim Terranischen Club Eden (TCE)
limitiert auf 120 Exemplare
Umfang: ca. 70 Seiten

 

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