Terminator

In der nicht mehr allzu fernen Zukunft regieren die Maschinen die Erde. Menschen sind zum Freiwild geworden, das der Zentralcomputer Skynet ausrotten will. Vor allem der Anführer der Menschen, John Connor, ist ihm dabei ein Dorn im Auge. Aus diesem Grund schickt Skynet einen Cyborg ins Jahr 1984, um Johns Mutter Sarah vor dessen Geburt zu töten. Connor gelingt einen seiner besten Männer ebenfalls in die Vergangenheit zu schicken. Seine Aufgabe: Sie vor dem Angriff des Terminators zu retten. Es beginnt ein Wettlauf mit der Zeit, denn wer Sarah Connor zuerst findet, entscheidet über den weiteren Verlauf der Zukunft…

Jeder fängt einmal klein an. Auch Regisseure wie James Cameron haben am Anfang ihrer Karriere an Projekten gearbeitet, die sie heute bereuen. Sein Regiedebüt Piranhas 2: The Spawning (Fliegende Killer – Piranha 2, USA 1982) ist ein solches Beispiel. Nachdem der gebürtige Kanadier einige Zeit als Modellbauer und Produktionsdesigner gearbeitet hatte, bot sich mit diesem Film die Möglichkeit auf den Regiestuhl zu wechseln, was fast zum vorzeitigen Ende seiner Karriere geführt hätte. Aber Cameron musste auf der anderen Seite auch Geld sammeln, um eines seiner Traumprojekte realisieren zu können. So ging er mit diesem Konzept in Hollywood hausieren, wurde oft abgelehnt, fand aber dann in Gale Ann Hurd eine Produzentin, die den Mut hatte das vollständig ausgearbeitete Projekt anzugehen. Aber damit nicht genug, denn um den Film nach seinen Vorstellungen realisieren zu können, trat er seine eigenen Rechte an die Produktionsfirma Hemdale Films ab. Ein folgenreicher Schritt, der sich bis heute auf das Franchise auswirkt. Die Rechte an dem Terminator-Franchise gingen seither durch zahlreiche Hände, teilweise mit oft unbefriedigendem Ergebnis.

Einen Wunschkandidaten für die Titelrolle hatte Cameron auch schon. Doch der damals noch nicht ganz so teure Arnold Schwarzenegger war eher an der Rolle des Kyle Reese interessiert, nicht an der emotionslosen Killermaschine, die gnadenlose Jagd auf Sarah Connor macht. Überzeugt wurde Schwarzenegger von Cameron durch eine Zeichnung des Regisseurs, die ehemaligen Gouverneur von Kalifornien als Cyborg zeigt. Der Rest ist Filmgeschichte.

Auch wenn es strittig ist wie sehr sich James Cameron am Werk von Harlan Ellison bedient hat, The Terminator ist nach wie vor ein Film, der nur wenig von seinem Reiz verloren hat. Sicher, der eine oder andere Effekt wirkt aus heutiger Sicht etwas antiquiert. Anderseits sollte man sich vor Augen halten, dass man damals noch keine digitalen Effekte für die Gestaltung verwenden konnte. Und gerade Stan Winston war in diesem Bereich jemand, der nicht nur durch große Phantasie, sondern auch mit großem Erfindungsreichtum beeindruckte. Der Make-Up-Künstler, der vorher u. a. bei John Carpenters The Thing mitgearbeitet hatte, setzte nicht nur die Vorstellungen von James Cameron sehr gut um, er verlieh ihnen sogar eine Qualität, die man sich auch heute noch anschauen kann. Für Winston war The Terminator der Start einer großartigen Karriere, die u. a. Filme wie Aliens, Predator, Jurassic Park 1&2, Terminator 2 und Iron Man beinhaltet.

Auch für Arnold Schwarzenegger war The Terminator von großer Bedeutung. Zwar hatte er Anfang der 80er Jahre mit Conan The Barbarian bereits einen Hit gehabt, aber sein Stern senkte sich schon wieder als er die Rolle des T-800 annahm. Zurückblickend war die Annahme des Parts ein Glücksgriff, denn er etablierte Arnold als einen der größten Actionstars überhaupt und startete eine Karriere, die man durchaus als Sinnbild des oft zitierten amerikanischen Traums sehen kann.

James Cameron schoss sich mit seinem Film in die Aufmerksamkeit Hollywoods. Zwei Jahre später bewies er mit Aliens (Aliens – Die Rückkehr, USA 1986) nicht nur ein weiteres Mal sein Händchen für actionreiches Kino auf hohem Niveau, sondern legte auch den Grundstein für seine späteren Werke wie Titanic und Avatar.

Nachdem Terminator hierzulande fast 25 Jahre auf der Index-Liste der Bundesprüfstelle für jugendgefährdenden Schriften gestanden hatte, wurde er im Jahr 2010 mit einer neuen Freigabe Ab 16 eingestuft und wurde so auch für den derzeitigen Rechteinhaber für eine neue Veröffentlichung auf Blu-ray interessant. Zwar hatte es in der Vergangenheit schon Video- und DVD-Veröffentlichungen gegeben, aber diese wurden, aufgrund der Indizierung, „unter dem Ladentisch“ gehandelt. Die neue Einstufung machte den Film nun auch für den „normalen“ Markt interessant. Das hatte eine sehr intensive Restaurierung zur Folge, die recht beeindruckend geworden ist.

Um es vorwegzunehmen: The Terminator hat bisher noch nie so gut ausgesehen. Man hat das Bild einer massiven Restaurierung unterzogen und, anders als beispielsweise bei Predator, die Natürlichkeit des Ausgangsmaterials beibehalten. Die sehr gute Schärfe lässt sehr viele Details erkennen, die vorher einfach verschluckt worden sind. Die Farben wirken frisch und es sind keinerlei Beschädigungen oder Artefakte erkennbar. Auch Kontrast und Schwarzwert sind sehr gelungen, was sich vor allem in den dunklen Szenen sehr gut zeigt. Allein das rechtfertigt den Kauf der Blu-ray bereits, da die DVD-Veröffentlichungen damit auf ihre Plätze verwiesen werden.

Dem Ton gönnte man ein Upmix auf DTS-HD MA 5.1. Während die englische Tonspur wesentlich runder klingt, bemerkt man bei der deutschen einige Dynamikschwankungen und fehlerhaft gesetzte Toneffekte. Auch ein leichtes Rauschen fällt ab und zu auf. Dennoch hat man bei der Abmischung das bestmögliche aus dem deutschen Ton herausgeholt, der nicht ganz so wuchtig klingt wie sein englisches Pendant. Lobenswert ist auf jeden Fall aber, dass man die originale deutsche Tonspur benutzt hat und auf eine eventuelle Neusynchronisation verzichtet hat.

Punktabzüge gibt es bei der Sonderausstattung. Leider haben es nur zwei Dokumentationen und sieben entfallene Szenen von der alten Doppel-DVD von MGM/UA auf die Blu-ray geschafft, was sehr schade ist. Gerade hier hätte man einen schönen Überblick über die Geschichte des Films geben können. So bekommt man nur kurze Informationen über die Effekte, die Musik und die Auswirkung von The Terminator auf nachfolgende Filme. Hier hätte man ruhig noch etwas drauflegen können.

The Terminator ist unbestritten ein Klassiker des Science Fiction-Films, der bis heute nichts von seinem Reiz verloren hat. Eine liebevolle Restauration lässt den Streifen im alten Glanz erstrahlen, was sowohl den Austausch der alten DVD als auch einen Neukauf auf Blu-ray oder DVD interessant macht. Ein Film, der eigentlich in keiner guten Sammlung fehlen darf.

Terminator
Originaltitel: The Terminator
Regie: James Cameron
Darsteller: Arnold Schwarzenegger, Linda Hamilton, Michael Biehn, Lance Henrikson, Paul Winfield, Bill Paxton, Brian Thompson, Earl Boen u.a.
Region: A, B, C
Bildformat: 1.85:1 (anamorph)
Ton/Sprachen: Deutsch (DTS-HD MA 5.1) DTS-HD MA HR 5.1)
Special Features: Making of-Featurettes, Deleted Scenes

 

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