2001: Odyssee im Weltraum

Im Jahr 1999 wird auf dem Mond ein seltsames Objekt gefunden. Es handelt sich dabei um einen schwarzen Monolithen, der vor vielen Millionen Jahren auf dem Mond von fremden Intelligenzen vergraben wurde. In dem Moment, in dem die Sonne auf ihn trifft, sendet er ein Signal in Richtung Jupiter. So schickt man über ein Jahr später eine Expedition zum größten Planeten des Sonnensystems, um hinter das Geheimnis der Fremden zu kommen. Doch unterwegs treten unerwartete Schwierigkeiten auf. Der Bordcomputer HAL stellt sich gegen die Besatzung der Discovery. Ein Wettlauf mit der Zeit beginnt…

Nach Dr. Seltsam oder wie ich lernte die Bombe zu lieben drängte es Stanley Kubrick einen ernsthaften Science Fiction-Film zu machen, der eine mögliche Zukunft plausibel darstellen konnte. Nach einiger Suche fand er in Arthur C. Clarke einen Autor nach seinem Geschmack. Clarke hatte eine Auswahl von Romanen und Kurzgeschichten geschrieben, die Kubrick in den engeren Kreis seines Projekts zog. Obwohl ihn auch die Geschichte aus dem Roman Childhood's End (dt.: Die letzte Generation) interessiert hatte, machte eine Kurzgeschichte von Clarke das Rennen, in dem es um einen transparenten Monolithen ging, den man in den Mondbergen gefunden hatte. So wurde die Story The Sentinel (dt.: Der Wachtposten) die Grundlage für das Drehbuch, das die beiden zusammen schrieben. Aber nicht nur auf die Story, sondern auch auf das optische Design des Films legte Kubrick großen Wert. Ihm ging es nicht darum stromlinienförmige Raumschiffe in All zu schicken. Vielmehr wollte es alles ein wenig realistischer darstellen. Seine Modelle sollten eine mögliche Zukunft im All aufzeigen. In Douglas Trumbull, Con Pederson und Brian Johnson fand er jene Männer, die solche Modelle schufen. Dabei entstand ein Look, der auch über 40 Jahre nach der Entstehung von 2001 nichts an seinem Reiz verloren hat. Kubrick spinnt seinen Faden von den Anfängen der Menschen bis in die Zukunft und darüber hinaus. Was erwartet uns, wenn man Entitäten gegenübersteht, die uns Millionen von Jahren voraus sind?

Schon 2001 brachte Warner Home Video eine restaurierte Fassung des Klassikers in die Kinos und auf DVD. Enttäuschend war damals die Ausstattung der Scheibe, denn außer einem Trailer wurde dem geneigten Fan nichts geboten. Auch die Limited Edition bot außer einer Soundtrack-CD nichts Wesentliches mehr.

Für die Special Edition wurde 2001 noch einmal neu aufpoliert. Kein Wunder, denn mittlerweile hatte sich mit den neuen HD-Medien eine neue Ära des Home Entertainments erschlossen. Nachdem Warner Home Video den Klassiker auf HD-DVD aufgelegt hatte, folgte bald auch eine Blu-Ray-Ausgabe.

Konnte die alte DVD-Ausgabe über weite Strecken überzeugen, bietet die Blu-Ray einen Einblick, was mit einer intensiven Restauration möglich ist. Das Bild steht einem Film neueren Datums in Nichts nach. Die Schärfe und der Detailreichtum sind eine wahre Freude. Vor allem die sehr komplexen Modelle besitzen auf dem Bildschirm nun eine Plastizität, die einfach nur beeindruckend ist. Unterstützt wird dies noch durch einen sehr guten Kontrast, der stellenweise vielleicht einen Tick zu steil ist. Die Farben erstrahlen im schönsten Technicolor, was vor allem an den schönen roten Sesseln auf der Raumstation im zweiten Viertel des Films zu erkennen ist. 2001 wirkt keine Sekunde wie ein Film, der mittlerweile über vierzig Jahre auf den Buckel hat, sondern frisch und modern. So gut hat man den Klassiker bisher noch nicht in seine Sammlung aufnehmen können.

Für die Special Edition wurde der Film noch einmal neu gemastert, was der Bildqualität nur gut getan hat. Man bekommt ein Bild geboten, wie es knackiger nicht sein kann. Die Schärfe und der Kontrast bewegen sich auf hohen Niveau. Der Schwarzwert ist außerordentlich gut. Die kräftigen Farben kommen vor allem bei den perfekt in Szene gesetzten Spezialeffektszenen zur Geltung. Außerdem kann man jede Menge Einzelheiten erkennen, an denen man sich kaum satt sehen kann.

Nur der englische Ton liegt in Dolby True HD vor. Bei den anderen Tonspuren muss man sich auf das Dolby Digital 5.1-Upmix verlassen. Aber diese können sich auch sehen lassen. 2001 ist kein Film der großen Tongewitter. Dies war von Stanley Kubrick auch nicht so gewollt. Die Sprachausgabe kommt sauber aus dem Center und eigentlich verleiht nur die Musik eine gewisse Räumlichkeit. Die Abmischung selbst wirkt sehr frisch, was auch für die deutsche Version gilt. Auch hier kann der Klassiker positiv punkten.

Die Extras sind identisch mit denen der Doppel-DVD und liegen im SD-Format vor. Den Anfang macht ein informativer Audiokommentar der Hauptdarsteller Kein Dullea und Gary Lockwood. Weiter geht es mit der Dokumentation 2001: Wie ein Mythos entstand, die für den britischen Sender Channel Four produziert wurde und von James Cameron begleitet wird. Schon hier bekommt man einen tiefen Einblick in die Entstehung des Films. Die anderen Dokumentationen gehen auf den Stellenwert und die Bedeutung von 2001 ein. Hierbei ist es interessant, wie tief sich viele aktuelle Filmschaffende sich vor Kubricks Genie verneigen. So berichtet George Lucas wie beeindruckt er von Stanley Kubricks Film war und dass es ohne 2001 wahrscheinlich keine Star Wars-Serie gegeben hätte. Ebenfalls interessant ist ein Radiointerview mit Stanley Kubrick aus dem Jahr 1966. Abgeschlossen werden die Extras mit zwei Dokus, die in der Zeit des ersten Kinoreleases des Films gemacht wurden sowie einem Kinotrailer.

Viel ist in 2001 hineininterpretiert worden. Stanley Kubrick hat sich zeitlebens geweigert sein Werk selbst zu deuten. Die Ansichten anderer hat er sich allerdings immer gerne angehört. Für zahlreiche Filmschaffende, die heute die Szene bestimmen, war der SF-Klassiker der Punkt, an sie sich für ihre weitere Karriere entschieden. Regisseure und Produzenten wie George Lucas, Steven Spielberg oder James Cameron hätten vielleicht andere Wege beschritten, wenn Stanley Kubrick seine Vision eines Science Fiction-Films nicht auf die Leinwand gebracht hätte. Die Blu-Ray-Version des Films bietet die bisher beste Umsetzung des Klassikers für den Home Entertainment-Bereich. Bild- und tonmäßig kann er durchaus mit neueren Filmen mithalten. Aber auch inhaltlich spielt er so manche moderne Produktion mühelos an die Wand. 2001: Odyssee im Weltraum ist auf jeden Fall eine Bereicherung für jede Blu-Ray-Sammlung.

Natürlich ist 2001 auch in einer DVD-Version erhältlich. Das 2-Scheiben-Set überzeugt ebenfalls technisch, auch wenn es, bedingt durch das Medium, hinter der Qualität der BD zurückbleibt. Die Sonderausstattung ist identisch mit der BD.

2001: Odyssee im Weltraum
Originaltitel: 2001: A Space Odyssey
Regie: Stanley Kubrick
Darsteller: Keir Dullea, Gary Lockwood, Douglas Rain, William Sylvester, u.a.
Region: Region A, B, C
Bildformat: 2.20 : 1 (anamorph)
Ton/Sprachen: Deutsch, Italienisch, Französisch, Spanisch (DD 5.1), Englisch (DD 5.1, PCM)
Special Features: Audiokommentar von Keir Dullea und Gary Lockwood, 5 Dokumentationen über die Entstehung des Films, Look: Stanley Kubrick, u. v. m.

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